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Undine geht
(seit 2009, Buchprojekt)

30 x 45 cm und 67,5 x 45 cm - Edition 5 + 1AP

In Anlehnung an die Erzählung Undine geht von
Ingeborg Bachmann aus dem Jahr 1961 portraitiere
ich Frauen und Mädchen unterschiedlichen Alters.
Dabei entsteht ein metaphorisches, generationenübergreifendes Frauenportrait mit welchem ich der Sicht auf Undine eine neue Perspektive hinzufüge.

Undine (lat. unda = Welle) ist als literarische Figur vor
allem in der Romantik entstanden und hat von da an erst durch Ingeborg Bachmanns Umwandlung in den 1960er Jahren einen selbstbewussten, nach Autonomie strebenden Charakter erhalten.
Noch in der Romantik ist Undine ein zierliches,
empathisches, fast ätherisches und schicksals-
ergebenes Wesen, welches erst durch die Heirat eines Mannes zur Frau wird und sich aus Liebe zu ihrem Mann passiv den Widrigkeiten der Ehe ergibt. Ähnlich wie Shakespeare's Ophelia endet sie betrogen, ausgestoßen und sterbend im Wasser. In dieser Darstellung tut sie nichts aus freiem Willen, sie wirkt ohnmächtig, das Schicksal und ihre Gefühle bestimmen von Geburt an ihre Wege.
Anders gestaltet in Ingeborg Bachmanns Version,
in der sich Undine, schicksalsbewusst, die Ehe
verachtend, ins Wasser zu einer Art Regeneration
zurückzieht und sich vor ihrem Abgang noch einmal
an alle Männer wendet. In einem sprachgewaltigen, anklagenden Monolog beschreibt sie die Zustände und ihre Rolle, in die sie geraten ist, in die sie immerwieder gerät, um eine Veränderung zu bewirken.
Es ist auch ein Versuch von Umverteilung von Schuld. Schuld, die schon seit symbolischem Beginn der Menschheit - im Paradies - immer die Frau trifft, wenn sie auf der Suche nach Selbstbewusstsein die bisherige Ordnung ins Wanken bringt und somit tiefgreifend stört.
Die Anklage gelingt aber letztlich nie ganz.
Die liebende, im Getrenntsein lebensunfähige Seite
der Undine drängt sie immerwieder in den tragischen Kreislauf zurückzukehren.

 

Birkenort (seit 2013)

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem
Heimatdorf meiner Großmutter im ehemaligen
Ostpreußen, heute Kaliningrader Gebiet / Russland.
Meine Großmutter war 13 Jahre jung als sie mit ihrer
Familie im Winter 1945 plötzlich aus dem Dorf fliehen
musste. Es war der Beginn einer Flucht, die erst nach
drei Jahren endete.
In den letzten Jahren ist immer mehr bewiesen
worden, dass sich verdrängte Kriegstraumata auf die
nachfolgenden Generationen vererben können.
Als Betroffene kehre ich zurück und beginne zu
verarbeiten, was meine Großmutter nicht mehr kann.


Berlin I - Palast (2008)

Diese Arbeit entstand während des Rückbaus des Palastes der Republik in Berlin.


Berlin II - Park (2008)

Der Ernst-Thälmann-Park ist ein noch zu DDR-Zeiten angelegter "Wohnpark" im Prenzlauer Berg. Eine verlassen wirkende kleine Stadtinsel inmitten von Berlin. Ernst Thälmann (1886-1944) wurde zum Kommunisten-Held zu DDR-Zeiten, sein Spitzname war Teddy.


Berlin III - Forum (2011)


C-Print
60 x 90 cm - Edition 3 + 1 AP
20 x 30 cm - Edition 8 + 1 AP