selected EXHIBITION VIEWS and TEXTS

Im Innern, gleichsam draußen /Inside Outside

Installation in DIS/APPEAR - Fotografische Materialitäten /Photographic Materialities

GEDOK Galerie Berlin, 2016 - Curator: Sarah Frost


GEDOK URBAN - Aspekte Berliner Kunst /Aspects of Berlin Art
Kommunale Galerie Berlin, 2016

Die Ausstellung „GEDOK URBAN - Aspekte Berliner Kunst“ präsentierte künstlerische Positionen von Künstlerinnen der GEDOK Berlin, die sich mit dem Thema „Stadt“, urbaner Raum und das Leben in der Stadt auseinandersetzen.


Undine geht /Undine leaves

Installation in: neu/e/zugänge, GEDOK GALERIE Berlin, 2015


Auszug aus der Einführungs-Rede zur Ausstellung „neu/e/zugänge“, GEDOK Berlin 2015, Sarah Frost

Die Fotografin Christine Bachmann arbeitet in Serien. Über einen längeren Zeitraum hinweg beschäftigt sie sich mit einem Projekt und entwickelt nach und nach eine Reihe von Arbeiten dazu. Die Serie „Undine geht“ hat die Künstlerin 2009 begonnen und setzt sie bis heute fort. Sie besteht bisher aus 18 Fotografien. Auch bei Christine Bachmann – wie in Marion Buchmanns Videoarbeit „TAT-ORT“ – steht eine Frauenfigur im Zentrum oder – anders gesagt – zwischen allem, über allem: Undine, die Protagonistin von Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“ (1961). Dabei illustriert Christine Bachmann weder einzelne Szenen, noch stellt sie die Figur explizit als starke, selbstständige Muse dar, wie Bachmann sie schildert. Die Fotografin nähert sich der Erzählung auf einer Metaebene. Sie porträtiert Mädchen und Frauen verschiedenen Alters in stillen, zum Teil intimen Momenten. Ihre Frauenfiguren zeigen nur einen Teil von Undine. Die Idee der Figur blitzt auf und verschwindet wieder. Die Fotografin selbst sagt, es sei ihre Intention, einen Kontrapunkt zur literarischen Vorlage zu einwickeln und einen zeitgenössischen Blick darauf zu formulieren.Dennoch klingen Begriffe, die für Ingeborg Bachmanns Prosa von Bedeutung sind, auch hier an: Hoffnung, Verzweiflung, Flucht und Neubeginn. Eine eigene Erzählung wird durch den ständigen Szenenwechsel, die die Arbeit als Serie vermittelt, angedeutet, aber im selben Zuge wieder gebrochen. So ist „Undine geht“ im Ganzen als methaphorisches Frauenporträt, als zeitgenössisches Kommentar zu sehen, entstanden auf der Folie von Ingeborg Bachmanns Erzählung.

 


Birkenort. Fluchtpunkte /Birkenort. Vanashing Points

Installation in Finsternis - Eclipse, GEDOK Galerie Berlin, 2015/16, Curator: Sarah Frost

“Die Landschaft als Spiegel der Seele, aber auch Spiegel der Geschichte zeigt Christine Bachmann in ihrer Serie Birkenort. Fluchtpunkte, in der sie den Spuren der Flucht ihrer Großmutter aus Ostpreußen am Ende des 2. Weltkrieges nachgeht. Ihre Voigtländer Kamera aus den 30er Jahren und Jahrzehnte überlagerte Filme verfremden die Bilder und zeigen hybride Räume, die sich zwischen der grausamen Vergangenheit bis hin zu einer friedlichen Gegenwart bewegen und in der fotografischen Überbelichtung unbestimmt bleiben.“ Sarah Frost


Undine geht /Undine leaves
Installation in linie.licht.zeichen
, Vier Positionen israelischer und deutscher zeitgenössischer Kunst
line.light.signs, Four Positions of Israeli and German Contemporary Art

Kunstzentrum Karlskaserne, Ludwigsburg, 2014 - Curator: Heike Lydia Grüss

 

Text im Katalog zur Ausstellung  linie.licht.zeichen, 2014, Heidi Stecker

Seit 2009 arbeitet Christine Bachmann an dem Projekt „Undine geht“. Damit zitiert sie die Erzählung „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann aus dem Jahr 1961 in dem Band „Das dreißigste Jahr“. Christine Bachmann fotografiert Frauen unterschiedlichen Alters, im Portrait, im Akt, im Privatraum, im Grünen, im Wasser, im Sand. Die Orte bleiben unbestimmt. Sie setzt die Frauen in Bezug zum Mythos der Undine und zur Erzählung der Schriftstellerin. Sie entwirft damit ihre persönliche Sicht auf die legendäre Märchenfigur. Kann man Undine als Metapher für weibliche Existenz betrachten? Bachmann ordnet die von ihr fotografierte Frau der Natur zu. Entwirft sie damit eine Utopie besseren Lebens? Selbstbestimmt, sensibel, bewusst? Was bedeutet hier, dass die Frauen zum Teil nackt sind? Sich der Luft, dem Wasser, dem Wetter ausliefern? Sie direkt auf der Haut fühlen? Die Erzählung Ingeborg Bachmanns stellt eine Auseinandersetzung mit dem Undine-Stoff auf der Suche nach einer Neupositionierung der Frau in der westeuropäischen Nachkriegszeit dar. Zitat, Stoffumwandlung, Adaption, Umkehrung, Wechsel der Erzählebenen drehen auch hier viele Schleifen: Ingeborg Bachmann bezieht sich auf die berühmte Märchennovelle „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué (1811), die wiederum auf vielen Erzählungen über Undinen beruht. In einem Monolog beschreibt Ingeborg Bachmann die Rolle, in die Undine immer wieder gerät. Sie beschuldigt enttäuscht ihren Hans, dass er sie nie richtig geliebt habe. Undine gibt allen Männern das Pseudonym „Hans“ und bezeichnet ihn und alle Männer als Monster, Ungeheuer und Verräter – da Männer nur zerstören, töten können. Die Anklage lässt die LeserInnen jedoch unzufrieden zurück. Die liebende, offenbar allein lebensunfähige Undine rutscht immer wieder in den deprimierenden Kreislauf ihrer ungleichgewichtigen Beziehungen zurück. Ingeborg Bachmann geht nicht so weit, dass ihre Undine tötet; sie nimmt also deren fatale Eigenschaft zurück; doch kehrt ihre Undine um etliche Enttäuschungen über die Menschen(-Männer) reicher in ihr ursprüngliches Element, ins Wasser zurück. Damit resigniert sie. Was die Liebe sei, wird in diesen Texten verhandelt: Liebe ist ein ständiges Verhandeln von Kompromissen, von Entgegenkommen, von Abkommen, von Rücksicht. Es geht um Kompatibilität der Gefühle, von Natur und menschlicher Existenz. Die Radikalität der mythischen Undine löst Qual und Katastrophenaus. Ist solche Unbedingtheit Teil der unvollkommenen, fehlerhaften Menschen?

Christine Bachmann stellt die Frauen ganz in den Mittelpunkt ihrer Fotografien. Sie zeigt sie als der Natur zugewandt, im Park, im Wald, beim Schlaf, in der Nacht, im dunklen Wasser. Sie vertieft das Spiel mit Zeit- und Realitätsebenen, bettet ihre Portraits in ikonenhafte Weiblichkeitsdarstellungen.


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Aura klassischer Tafelbilder

Dietholf Zerweck, Stuttgarter Zeitung, Mai 2014

 

Das Ursprungsbild von Christine Bachmanns Fotoserie „Undine geht“ ist ein aus schwärzlich blauem Wasser auftauchender weiblicher Akt. Seit 2009 sind, inspiriert von der gleichnamigen Erzählung Ingeborg Bachmanns, Portraits von Frauen unterschiedlichen Alters entstanden,

in denen der Mythos der lockenden Meerjungfrau variationsreich in unsere Alltagswirklichkeit übertragen wird. Einige dieser Darstellungen haben die Aura klassischer Tafelbilder, andere wirken beim ersten Hinsehen wie zufällige Schnappschüsse. Doch in Farbe und Blickwinkel wirken sie vieldeutig und künstlerisch komponiert.


Bachmann/Eckert/Grüß, Sickmann & Noth, Grafischer Hof Leipzig, 2012   


New York Photo Awards 2011, Photographic Centre Peri, Turku, Finland, 2011

 

The New York Photo Awards 2011 Winners and Honorable Mentions exhibited their work in a Sommer-long Exhibition at the Photographic Centre Peri, Turku, Finland - Cultural Capital of Europe for 2011, 9.6.-14.8.2011

 

Photographic Centre Peri presented the first Finnish exhibition of the crowned winners of the New York Photo Awards 2011 as part of the 2011 ‘European Capital of Culture’ programme. Professional photographers and photography students from 72 different countries participated in the fourth international photography competition held by the New York Photo Festival, submitting a total of 19,000 photographs. A ten-person international jury selected 15 winners and honourable mentions for best single image and 15 winners and honourable mentions for best image series from the categories of editorial, advertising and fine art photography, which where announced at the Festival’s awards show on 13.5.2011.